06.01.2021, 22:09 Uhr
Veranstaltungen

Erinnerungen an frühere Weihnachtsmärchen

Weihnachtsmärchen Vorstellung 2007
Foto: Vorstellung 2007

Schon seit den 60er Jahren, also seit mehr als einem halben Jahrhundert, findet in unserem Sportverein zu Weihnachten alljährlich eine Theateraufführung statt, an denen viele junge Schauspieler und Helfer beteiligt sind.
Für viele Generationen von Kindern und Jugendlichen, von denen viele noch heute dem Verein angehören, waren die mehrwöchigen Proben für das Weihnachtsmärchen eine aufregende Zeit.
Auch die Regisseure, Souffleusen und vielen Helfer, die sich um das einstudieren des Stücks, die Kulissen, die Bühne und den weihnachtlichen Schmuck kümmerten, waren und sind immer mit Freude dabei.
Weihnachtsmärchen Bühnenaufbau 2007 Bild 1
Foto: Bühnenaufbau 2007 Bild 1

Zu Beginn dieser Tradition veranstalteten wir neben dem Weihnachtsmärchen, welches damals noch am ersten Weihnachtsfeiertag im „Korbacher Eck“, einem Veranstaltungsaal in Niederzwehren, aufgeführt wurde, zusätzlich noch einen Weihnachtsball. Nach dem Bau des eigenen Vereinsheims mit Turnhalle und Sportgelände, führten wir diese Tradition fort, die bis heute gültig ist.
Weihnachtsmärchen Bühnenaufbau 2007 Bild 2
Weihnachtsmärchen Bühnenaufbau 2007 Bild 3
Fotos: Bühnenaufbau 2007 Bild 2 und 3

Da wir im vergangenen Jahr, aus den bekannten Gründen, leider kein Weihnachtsmärchen aufführen konnten, haben wir einen Aufruf an alle ehemaligen Schauspieler und Helfer gestartet und um Episoden und Erinnerungen gebeten, um uns gemeinsam an die schönen Stunden zu erinnern und unseren Freunden und Besuchern unserer Internetseiten einen Einblick in unsere Vereinsarbeit geben zu können.
Im Folgenden haben wir ein paar Erinnerungen und Gedanken zusammengetragen, die zeigen, dass wir alle immer sehr viel Spaß hatten ein schönes Theaterstück auf die Beine zu stellen.
Weihnachtsmärchen Bühnenaufbau 2007 Bild 4 Foto: Turnhalle mit Bühne kurz vor der Vorstellung

Gedanken von Ingrid Helmer

Tja, heute wäre Generalprobe gewesen… Je näher der zweite Advent rückte, desto mehr wurde mir bewusst, wen ich in diesem Jahr alles NICHT sehe. Zur Weihnachtszeit begegneten mir viele Menschen, die man sonst nicht in dieser Zusammensetzung trifft:

Damit ich niemanden vergesse, habe ich absichtlich keine Namen genannt. Ich vermisse euch und so wünsche ich allen, die sich angesprochen fühlen, ein wunderschönes Weihnachtsfest, wenn auch vielleicht anders als sonst. Bleibt oder werdet gesund, so dass wir uns zum nächsten Weihnachtsmärchen wieder einfinden können.

Eure Ingrid Helmer

Erinnerung von Jens Brede (Muster)

Als ehemaliger Schauspieler beim Weihnachtsmärchen ist es gar nicht mal so einfach, eine bestimmte Rolle herauszuheben. Denn alle Rollen, die ich in meiner aktiven Zeit gespielt habe, haben mir sehr viel Spaß gemacht. Was aber bei allen Stücken uns immer begleitet hat, war - dass wir es nie geschafft haben, in beiden Vorführungen keine Pannen, Versprecher oder Textvergesser zu machen. Besonders eine Panne ist mir im Gedächtnis geblieben, als wir in einer Aufführung gleich zwei Seiten aus dem Drehbuch übersprungen haben. Der größte Lacher dabei war, als Andreas König, weil er auf der falschen Seite der Bühne abgegangen war, mit einem Schaukelpferd unter sich und dem Satz („Halt wartet auf mich!“), quer über die Bühne schoss.
Technik hinter der Bühne 2007
Foto: Technik hinter der Bühne 2007

Ich möchte mich aber auch in diesem Zuge nochmal bei allen, die hinter der Bühne gearbeitet haben, für ihren Einsatz bedanken. In dieser schweren Zeit gilt auch ein besonderer Dank, an die Firma Ambion, welche uns jedes Jahr kostenlos die Beschallungsanlage zur Verfügung stellt, und auf Grund von Corona nur sehr wenige Einnahmen haben. Danke!

Euer Jens Brede

Anmerkung von Elke Hose: Lustig war auch, als Jens 1993 bei dem Stück „Der Weihnachtsmann hat Schluckauf“ rief: „Andi dreh dich um!“ Der Originaltext hieß: „Weihnachtsmann dreh dich um!“

Erinnerungen von Jule Kisiala (Viehmann)

Grüne Socken, die ich nie vergessen werde.

Wie bei den meisten Märchenspielern, startete auch meine Karriere als Engel. Als Engel-Praktikant Plumps, plumpste ich bei kleinen und großen Schwindeleien auf den Boden. Eine Eigenschaft, die in meinem Beruf heute bestimmt nützlich und schmerzhaft zugleich wäre. Den Engel Plumps zu spielen hat mir neben der Rolle als Spukgespenst am meisten Spaß gemacht, da sie so lustig war. Die Kinder haben gelacht, die Senioren sowieso - die Adventsfeier der Senioren ist und war immer die tollste Vorstellung! Der Clou an der Geschichte war meine kleine Sockenüberraschung. Anders als die anderen Engel hatte ich keine weißen Wollsöckchen an. Wenn ich umfiel flogen meine grünen Socken durch die Luft, abgesprochen war das zunächst übrigens nicht :-) Apropos Luft, zum Stehen kam ich erst wieder, wenn meine (Schwimm-) Flügel wieder aufgepumpt wurden. Ein weiteres Highlight ist und war für mich die Nascherei in der Pause zwischen den beiden Vorstellungen, vorweg natürlich Elkes Schneewittchen-Kuchen, der seitdem mein absoluter Lieblingskuchen ist! An dieser Stelle Danke an alle fleißigen Bäckerinnen, wir großen und kleinen Märchenspieler bekommen dadurch wirklich den Tag versüßt.

Juliane Kisiala
Kurz vor der Vorstellung 2007
Foto: Kurz vor der Vorstellung 2007

Erinnerungen von Max, Felix und Paul Schöpe

Unsere Karriere beim Weihnachtsmärchen begann 2003. Allerdings erst einmal nur für Max, der sein Debüt als Weihnachtsmann im Märchen und bei der Geschenkvergabe hatte. Das war eine schweißtreibende Aufgabe, da das Kostüm mit dem Bart sehr warm war.
Wir anderen Familienmitglieder saßen im Publikum und genossen den schönen Nachmittag. Nach der Aufführung hatte der Weihnachtsmann ein kleines Geschenk für jedes Kind. Max war noch sehr jung, daher leicht nervös und zurückhaltend, trotzdem hatte das eine oder andere Kind eine gewisse Scheu vor dem Weihnachtsmann. Trotzdem war es auf jeden Fall eine positive Erfahrung, sodass wir das nächste Jahr zu dritt mitmachten.
Im September 2004, bei noch sommerlichen Temperaturen wurden die Rollen verteilt. Max spielte Petrus und übernahm die Bescherung als Weihnachtsmann. Felix wurde als Prinz auserkoren und Paul war ein Roboter. Gerade das Lesen des Manuskripts mit allen war immer sehr spannend und witzig.
Die wöchentlichen Proben machten Spaß, am Anfang immer noch recht entspannt aber je weiter die Zeit voranschritt, kam Vorfreude auf und es wurde ernster. Paul hatte sich noch kurz vorher am Fuß verletzt und war mit Gips unterwegs. Als dann auch die Kostüme fertig waren, stieg die Spannung. Immer mal wieder gab`s den einen oder anderen Patzer, der uns zum Lachen brachte und die Gruppe festigte.
Bei den letzten Proben speziell der Generalprobe hatte man schon ein Theatergefühl, umziehen, schminken und dann auf die Bühne. Am Tag der Aufführung waren wir aufgeregt, jetzt sollte alles gut klappen. Hinterher Erleichterung, aber auch Freude und Stolz es geschafft zu haben. Den nächsten Nachmittag noch eine Aufführung für Schul- und Kindergartenkinder. Das war manchmal anstrengend, waren die doch immer unruhiger als Erwachsene. Es hat trotzdem Spaß gemacht, sonst hätten wir die nächsten Jahre nicht weitergemacht.

Bis 2006 blieb Max der Weihnachtsmann, wir anderen zwei waren mal Junge und Engel (2005), sowie Ritter und Löwe (2006). Da wir (Paul und Felix) in der Schule Posaune und Trompete lernten, spielten wir zusätzlich bei der Aufführung 2005 ein Weihnachtslied. Im Januar wurde jedes Jahr vom Verein zum Pizza essen eingeladen. Da kamen noch mal alle zusammen und wir haben uns über unsere Vorstellung ausgetauscht. Es war immer lustig und gemütlich. Der bzw. die Eine oder Andere ist danach ausgeschieden und im Herbst sind neue Mitspieler nachgerückt, Auch unsere Zeit als Schauspieler war 2006 vorbei. Es war eine schöne Zeit mit vielen unterschiedlichen Erinnerungen, wir denken gerne daran zurück.

Max, Paul und Felix Schöpe

Erinnerungen von Carsten Simon

Nachdem meine Eltern Anfang der 70er Jahre dem Verein beigetreten waren, durfte meine Schwester und ich bereits am Theaterstück „Des Kaisers neue Kleider“ mitwirken. Meine Schwester als „Wedlerin“, die dem Kaiser mit einem Feder besetzten Besenstiel frische Luft zufächelte und ich als kleiner Frosch, der von einem Storch gefressen werden sollte. Jeder fängt halt mal klein an. :)
Kurz vor der Vorstellung 2007
Foto: Kurz vor der Vorstellung 2007

Noch heute erinnere ich mich daran, wie aufregend das ganze für mich war und wie spannend ich die Proben empfand. Seitdem habe ich unter der Regie von Elke Hose und meiner Mutter Karin Simon bei einigen Stücken mitspielen dürfen. Natürlich geschehen immer ein paar kleinere Missgeschicke und Versprecher, allerdings fällt mir eine Begebenheit ein, die ich hervorheben kann.

Bei einem Stück spielte ich einen Bären in einem schönen Bärenkostüm und trat während der Kindervorstellung sicheren Schrittes auf die Bühne und wollte gerade loslegen, als sich aus dem Publikum eine laute Kinderstimme erhob.

„Ohh, guck mal, der Osterhase!“

Sofort kam Gelächter auf. Ich selbst hatte es unter dem Kostüm erst gar nicht richtig verstanden und dachte, warum lachen die denn bloß, stimmt etwas mit dem Kostüm nicht? Nach den Hinweisen aus dem Publikum, dass dies doch ein Bär und kein Osterhase sei, musste ich dann auch lachen. Auch wenn ich meinen Text kurz vergessen hatte, konnte ich wieder neu einsteigen und es wurde eine gelungene Vorstellung.

ch finde es toll, dass diese Tradition bis heute fortbesteht und ich wünsche allen Beteiligten weiterhin viel Spaß. Ich wünsche Euch außerdem, dass ihr bald wieder euer Können zeigen könnt.

Viele Grüße Carsten Simon

Ergänzung von Elke Hose

1983 löste ich Heidi Lipphardt ab und studierte mit Ria Laute und Karin Simon „Hände weg vom Lebkuchenmann“ ein. Einen aufregenden Nachmittag lang, drohte mir auch die Hauptrolle, da unser Hauptdarsteller Carsten Simon Fieber hatte. Ich war die Einzige, die in das Kostüm passte. Zum Glück wurde der Lebkuchenmann rechtzeitig gesund und glänzte in seiner Rolle. Ich konnte sehr erleichtert hinter der Bühne bleiben.
Nach der Vorstellung 2007
Foto: Nach der Vorstellung 2007

1985 gab es eine Neuinszenierung des „Gestiefelten Katers“. Werner Ranft begrüßte die Gäste bei der Seniorenvorstellung und wurde von einem mehrfachen „Miau, miau“ unterbrochen. Der Kater (Karsten Hose) saß während der Begrüßung in einem Korb auf der Bühne und wollte die Rede abkürzen. Außerdem wusste er, dass seine Mutter hinter der Bühne seine Sondereinlage nicht verhindern konnte.

1987 wurden „Die Bratwurstdiebe von Zwehren“ aufgeführt. Unvergessen ist der Augenblick, als eine der Schauspielerinnen sich aus einem Kulissenfenster lehnte und bei dem Wort: „Häh!“ die Kulisse einkrachte. Unsere „Base“ blieb zum Glück unverletzt und die Reparatur der Kulisse war schnell erledigt. Es kam aber trotzdem zu einer erheblichen Verzögerung, da unsere Darstellerin und ihre Mitspieler bei der Wiederaufnahme des Spiels bei dem „Häh!“, immer wieder einen Lachkrampf bekamen.

1995 gab es eine Neuauflage von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. An diese Aufführung wird Catharina Krug wohl oft gedacht haben. Sie legte sich als Schneewittchen zu schwungvoll auf das Bett und purzelte hinten runter. Es dauerte einige Zeit, bis sie vor Lachen in ihrem Text fortfahren konnte.

Ingrids Gedanken vom Anfang des Artikels treffen auch auf mich zu. Sie hat Recht, dass sie keine Namen nennt, da in jedem Jahr zahlreiche Leute helfen und wir wirklich keinen vergessen wollen. Ich finde es auch sehr schade, dass ich so viele TSGer in diesem Jahr nicht sehen werde. Eine Person, die bei zahlreichen Adventsfeiern geholfen hat möchte ich aber doch erwähnen. Willi Hose hat lange Zeit beim Dekorieren der Turnhalle und beim Auf- und Abbau geholfen. Das Märchenteam wird ihn sehr vermissen.

Am 6.Dezember konnte ich nach den vielen Jahren doch nicht ohne Turnhalle sein. Da gab es eine schöne Überraschung! Bei der Aktion „Weihnachtstüten to go“ kam sogar der WEIHNACHTSMANN!

Ein herzliches Dankeschön an alle Schreiber und an den Weihnachtsmann, der uns auch schon einige Jahre die Treue hält.
Wir wünschen allen für das neue Jahr 2021 alles Gute und Gesundheit.

Autor: Administrator,

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